Patienten mit diffuser Koronararterienerkrankung werden in der Regel nicht als Kandidaten für einen perkutanen oder chirurgischen Eingriff angesehen. In diesem Video präsentieren die Autoren eine dreifache Koronarendarteriektomie (CEA) bei einem Patienten mit schwerer koronarer Herzkrankheit unter Verwendung einer geschlossenen Traktionstechnik (Traction-CEA).

Patientendemografie

Ein 68-jähriger Mann zeigte bei Anstrengung stabile Angina pectoris und Dyspnoe. Die Anamnese ergab arterielle Hypertonie und Hyperlipidämie. Weder Rauchen, Diabetes noch eine positive Familienanamnese wurden für Koronarerkrankungen berichtet. Die kardiale Computertomographie (CT) zeigte einen Agatston-Score von 450 (AU) und die anschließende Koronarangiographie zeigte eine diffuse Koronarerkrankung mit drei Gefäßen. Der Patient wurde in die CCS-Klasse II eingestuft und hatte einen SYNTAX-Score von 44.

Operativer Verlauf

Koronararterien-Bypass Zielgefäße waren die rechte Koronararterie (RCA), die linke vordere absteigende Arterie (LAD) und die stumpfe Randarterie (OM2). Alle drei Gefäße waren subtotal verschlossen (<1,25 mm). Traktion-CEA wurde an RCA, LAD und OM2 durchgeführt, um eine vollständige Myokardrevaskularisation zu erreichen. Das Spülen des Herzkranzgefäßes mit Kardioplegie und das Massieren des proximalen / distalen Gefäßes wurden beide durchgeführt, um Resttrümmer nach CEA zu entfernen, um ein frühzeitiges Versagen zu vermeiden. Die intraoperative Laufzeitflussmessung ergab hohe Durchflüsse und einen niedrigen Pulsatilitätsindex (PI).

Ergebnisse

Der postoperative Verlauf verlief ereignislos. Die Kontroll-CT-Angiographie zeigte patentierte Bypass-Transplantate und einen ausreichenden peripheren Abfluss. Der Patient wurde nach acht Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Gemäß den Richtlinien der Autoren erhielt der Patient sechs Monate lang eine duale Thrombozytenaggregationshemmertherapie. Ein zwölfmonatiges Follow-up-Telefonat bestätigte die vollständige Rehabilitation.

Fazit

Patienten mit diffuser koronarer Herzkrankheit sind Hochrisikokandidaten für eine chirurgische Revaskularisation. CEA bietet eine gute Option für solche Patienten, erfordert jedoch ausreichende Erfahrung des Operateurs. Traction-CEA ist die bevorzugte Methode der Autoren im Vergleich zur offenen Endarteriektomie. Die duale Thrombozytenaggregationshemmertherapie scheint unterstützend zu sein, um eine langfristige Durchgängigkeit der endarterektomierten Gefäße zu erreichen. Somit kann eine vollständige Revaskularisation mit einer zufriedenstellenden Langzeitprognose erreicht werden.

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